Schach auf der Schanz
 

Schachmatt durch künstliche Intelligenz

Das Schachspiel hat keinen unmittelbaren praktischen Nutzen. Trotzdem ist es seit dem 19 Jhd ein wertvolles Experimentierfeld für die Entwicklung der "künstlichen Intelligenz".

Und seit der Erfindung des ersten Schach spielenden Computers durch Alex Bernstein basierend auf der theoretischen Pionierarbeit Alan Turings und später Claude Shannon bis zu der Niederlage des Weltmeisters Garry Kasparov gegen den Schachcomputer Deep Blue in 1997 war der Fortschritt immens.

Diese Erfolge haben aber nichts mit "künstlichen Intelligenz" zu tun, sondern sind lediglich das Resultat einer leistungsstarken Hardware und verbesserten Such-Algorithmen. Es sind die Früchte des Einfallreichtums von Wissenschaftlern, die Programme mit immer ausgeklügelteren menschlichen Heuristiken für Stellungsbewertungen ausstatteten, übernommen aus Hunderten von Jahren Spielerfahrung.

Das neue Programm "Alpha-Zero" basierend auf maschinellem Lernen und entwickelt von Deepmind übertrifft die Deep Blue-Vorgänger bei weitem. Anders als frühere Programme wendet Alpha-Zero nicht vorprogrammiertes menschliches Wissen an und kalkuliert Milliarden Positionen nicht, um Züge zu produzieren - Es lernt vielmehr durch sich in einer besonderen Art: Es findet den besten Weg zu spielen durch Übung gegen sich selbst in Millionen von Partien. Es ist eine selbst-erlernde Maschine.

Die folgende Position gegen eines der stärksten "klassischen" Schachprogramme "Stockfisch" illustriert den "intuitiven" Stil Alpha-Zeros. Es hat Weiß und obwohl der schwarze Gegenspieler materiellen Vorteil genießt, ist er wie in einen Käfig eingeschlossen.

Die Alpha-Zero-Entwickler nutzen eine Unterkategorie des Maschinenlernens, "Deep Learning", um diese Meilensteine zu erreichen. Deep Learning ist eine der analytischen Techniken, die die Hoffnungen - und Bedenken - gegenüber der künstlichen Intelligenz in den letzten Jahren reaktiviert haben. Unterschiedliche Disziplinen, etwa die Pädagogik und die Medizin, werden sicherlich von diesen neuen Möglichkeiten stark betroffen.

In unserem Business- und Wissenschaftstreff am Schachbrett werden wir über die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen dieser neuen Technologie diskutieren, vom Schachspiel bis zum täglichen Leben.

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